Viel Geld für Nix

und dann auch noch ein Proof of Concept

Ein großes deutsches Unternehmen hatte ein Problem: Die Kapazitäten im Rechenzentrum entsprachen nicht mehr dem Anspruch ans Wachstum. Schlichtweg das Rechenzentrum war zu klein, eine Auslagerung in ein anderes Rechenzentrum auf Grund gesetzlicher und firmenpolitischer Vorgaben nicht möglich. Es musste also eine Lösung her.

Natürlich war die Lösung eindeutig: das virtualisierte Rechenzentrum. Um nun zu prüfen, welche der am Markt verfügbaren Virtualisierungslösungen am ehesten zum Unternehmen passen, wurde ein Proof-of-Concept aufgesetzt. Im Rahmen eines Projektes wurden diverse Virtualisierungsplattformen installiert. Jede Plattformbetriebsführung, also Windows, Linux und Unix, sollten am Proof-of-Concept mitarbeiten um am Ende die Virtualisierungslösung zu implementieren, die allen Anforderungen am ehesten gerecht wird.

Gleichzeitig war man sich bewusst, dass man einen Wachstum im Rechenzentrum nur begegnen kann, in dem man als ausgegliederte IT-Tochter des Konzerns nur noch standardisierte Systemlösungen anbietet. So betrieb man zum Beispiel im Unix-Bereich einen regelrechten Zoo von HP-UX, Solaris und AIX. Im Linux war es ähnlich, denn je nach Administrator gab es unterschiedliche Distributionen. Nur der Windows-Bereich war einigermaßen aufgeräumt.

Was das mit dem Proof-of-Concept zu tun hat? Technisch erst einmal gar nichts. Aber politisch eine Menge. Durch Standardisierung wird jede Plattform-Betriebsführung beschnitten. Bedeutet je Plattform wird es nur noch wenige Betriebssysteme geben, die betrieben werden. Das hat Einfluß auf Organisationsgröße und Budget.

Und da haben wir das Problem: das persönliche Ego der Plattform-Fürsten. Genau aus diesem Grunde entwickelten diese Jungs nun eine Strategie, sich für das Unternehmen unentbehrlich zu machen. Obwohl sie genau wussten, dass für das Virtualisierungs-Projekt ein Proof-of-Concept kurz vor dem Abschluß stand, wurde in einer Nacht und Nebel-Aktion diverse eigene Virtualisierungslösungen etabliert und unzähliche Systeme von physisch auf virtuell migriert. Das ganze geschah komplett im Verborgenen um am Ende mit der Aussage „Wir haben da ja schon Lösungen und betreiben schon lange“ das Proof-of-Concept in Frage zu stellen.

Interessanterweise wurden während der Laufzeit des Proof-of-Concepts die nicht budgetierten Ausgaben für die Virtualisierungs-Infrastruktur der Nacht-und Nebel-Aktionen vom Rechenzentrumsleiter genehmigt. Eigentlich hätte ihm da etwas auffallen müssen. Aber naja.

Der Proof-of-Concept lieferte wie erwartet ein eindeutiges Ergebnis und das Management bestand nun auf die konsequente Umsetzung, die Virtualisierung des Rechenzentrums mit dem ausgewählten Podukt voranzutreiben. Aber daraus wurde nun nichts, da ja nun fast jede Plattform ihre eigene Virtualisierungslösung im Hause hatte. Das Projekt war somit gescheitert.

Dieses ist ein sehr schönes Beispiel, wie Missmanagement und mangelnde konsequente Umsetzung einer definierten Strategie zum Desaster führen kann. Heute sind übrigens alle diese Plattform-Fürsten nicht mehr im Unternehmen und die gesamte IT an einen Dienstleister outgesourced.

Strategie und Projekt!

Niemand bei Knowhere Consulting denkt sich solche Geschichten aus. Nein sie entstammen der Realität und zeigen doch sehr eindrucksvoll, wie Strategie und Projektmanagement zusammen hängen. Brauchen Sie Hilfe bei Ihrem Projekt? Oder zur Strategieberatung? Sprechen Sie uns an!